Theolympia: Siegerinnen und Sieger 2022 stehen fest

Theolympia 2021/22

TEILNAHME

Zur Teilnahme eingeladen sind Schülerinnen und Schüler der 6. bis 9. Klasse aller höheren Schulen (10. bis 13. Schulstufe), die den katholischen Religionsunterricht besuchen und ein besonderes Interesse an der literarischen oder künstlerischen Auseinandersetzung mit gesellschaftsbezogenen theologischen Fragestellungen haben.

THEMA
ECCE HOMO – SEHT, DER MENSCH! Joh 19,5

Das Generalthema von THEOLYMPIA dreht sich im Schuljahr 2021/22 um die Frage, was der Mensch eigentlich ist. Das Thema steht am Anfang von Philosophie, Humanwissenschaften und Theologie. Die Frage, was den Menschen zum Menschen macht und was Menschlichkeit wirklich bedeutet, hat zu allen Zeiten große gesellschaftliche Relevanz, muss jedoch auch höchstpersönlich beantwortet werden. Sie ist eine Frage, der sowohl literarisch als auch künstlerisch nachgegangen werden kann.

Im Christentum steht das Thema Mensch ganz im Zentrum und ist eng verknüpft mit der Menschwerdung Gottes. Erzählt wird von einem Gott, der das Menschsein annimmt, durch sein Sein und Wirken Erlösung bringt und zum Vorbild wird, der als Mensch aber auch fragil und verwundbar erscheint.

Aus den folgenden Zitaten ist eines als Impuls für den Essay oder die Fotografie zu wählen:

ZITATE

„Ecce Homo – seht den menschgewordenen Gott, das unergründliche Geheimnis der Liebe Gottes zur Welt. Gott liebt den Menschen. Nicht einen Ideal-Menschen, sondern den Menschen wie er ist. […] Gott wird Mensch, wirklicher Mensch. Während wir uns bemühen, über unser Menschsein hinauszuwachsen, den Menschen hinter uns zu lassen, wird Gott Mensch und wir müssen erkennen, dass Gott will, dass auch wir Menschen – wirkliche Menschen seien.“ (Dietrich Bonhoeffer, Ethik)

„Was also ist der Mensch? Er ist das Wesen, das immer entscheidet, was es ist. Er ist das Wesen, das die Gaskammern erfunden hat, aber zugleich ist er das Wesen, das in die Gaskammern gegangen ist, aufrecht und ein Gebet auf den Lippen.“ (Viktor Frankl, Ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager)

„Die Hoffnung Mensch zu sein, besteht nur dort, wo alles noch unfertig, wo nichts vollkommen, nichts an sein Ende gekommen ist.“ (Jeanne Hersch, Die Hoffnung Mensch zu sein)

„Aber was der Mensch sei, werden wir nie wissen. Kein Bild des Menschen zeigt den Menschen selbst. Um Mensch zu werden, dürfen wir uns an kein Bild vom Menschen binden.“ (Karl Jaspers)

Hinführende Fragen
Die Fragen sollen nur als Hilfestellung zur besseren Erfassung des Themas dienen. Sie müssen im Essay bzw. in der Fotografie nicht zwingend bearbeitet oder beantwortet werden. Bezugspunkt für Essay und Fotografie ist das gewählte Zitat.

Hinführende Fragen für den Essay könnten sein:

  • Lässt sich Menschsein definieren? Gibt es eine Idealvorstellung vom Menschen oder bleibt der Mensch letztlich eine offene Frage?
  • Was bedeutet die Rede von einer bedrohten Humanität und welchen Beitrag kann Religion im Ringen um Menschlichkeit leisten?
  • Kann ein religiöser Zugang helfen, der Frage nach dem Menschen auf die Spur zu kommen und welche Rolle spielt dabei der Glaube an die Menschwerdung Gottes?
  • Was könnte es gegenwärtig heißen „wirklich(er) Mensch“ zu sein in einer Zeit von Social Media, Selfies und Fotoshopping?

Hinführende Fragen für die Fotografie könnten sein:

  • Lässt sich „Menschsein“ überhaupt ins Bild setzen und wenn ja wie?
  • Wo lassen sich im Alltag Bilder der Menschlichkeit entdecken und wie kann ein religiöser Blick die Perspektive verändern?
  • Kann der Blick auf den Anderen helfen, das Antlitz und die Verletzlichkeit des Menschen zu offenbaren und gerade so zur Gottesbegegnung werden?
  • Wie könnte gegenwärtig, in einer Zeit von Social Media, Selfies und Fotoshopping, „wirkliches Menschsein“ bildhaft dargestellt werden?

FORMALIA

ESSAY: Erbeten wird ein Essay in einer Länge von mindestens 4.000 und maximal 12.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen) in folgender Formatierung: Times New Roman, 1,5 Zeilenabstand, übliche Zeilenränder, keine Fuß- oder Kopfzeilen im PDF-Format. Vorgegeben werden ein Jahresthema sowie vier Zitate, die bestimmte Aspekte des Generalthemas ansprechen und als Impuls für den Essay dienen sollen. Es soll eines der Zitate gewählt werden, auf das im Essay Bezug genommen wird. Zusätzlich zu einem aussagekräftigen Titel soll das ausgewählte Zitat am Beginn des Essays wiedergegeben werden. Der Essay selbst darf keinen Hinweis auf den Verfasser oder die Verfasserin enthalten. Autorenteams sind nicht zugelassen.

FOTOGRAFIE: Erbeten wird maximal 1 Foto im JPEG-Format, das sowohl digital als auch postalisch eingereicht und mit einem aussagekräftigen Titel versehen werden muss. Vorgegeben werden ein Jahresthema sowie vier Zitate, die bestimmte Aspekte des Generalthemas ansprechen und als Impuls für das Foto dienen sollen. Es soll eines der Zitate gewählt werden, auf das in der Fotografie Bezug genommen wird. Dieses muss auf der Rückseite des Fotos bzw. in einem Begleittext vermerkt sein. Die Dateigröße darf bei der digitalen Einreichung maximal 5 MB betragen. Für die postalische Einsendung genügt zunächst eine Kopie mit einer Auflösung von mindestens 1200 Pixeln. Gewinnerinnen und Gewinner werden angeschrieben und um eine höhere Auflösung für einen professionellen Druck gebeten.

ABLAUF

Ablauf für die Einreichung von Essays

Der Essay kann zu Hause oder in der Schule verfasst werden. Religionslehrerinnen und Religionslehrer können hinführende Hilfestellung bezüglich Thema und Textsorte geben, werden aber gebeten, schon aufgrund des Gleichbehandlungsprinzips nicht inhaltlich oder sprachlich in den Essay einzugreifen.

Beiträge können ab 7. Jänner und bis spätestens 24. Februar 2022 im PDF Format auf theolympia.at (hier geht’s zum Teilnahmeformular für die Einreichung von Essays) hochgeladen werden.

Die Begutachtung der Essays erfolgt in einer ersten Runde durch eine Fachjury auf diözesaner Ebene. Die besten Beiträge aus den Diözesen nehmen an der Finalrunde von Theolympia teil. Bis zum 25. April 2022 erfolgt die Bekanntgabe und Verständigung der Preisträgerinnen und Preisträger, die durch eine Bundesjury ermittelt werden.

Ablauf für die Einreichung von Fotografien

Fotografien müssen selbstständig angefertigt werden. Hinführende Hilfestellungen können durch Religionslehrerinnen und Religionslehrer und fachkundige Lehrerinnen und Lehrer der Schule in Anspruch genommen werden.

Fotografien können ab 7. Jänner und bis spätestens 24. Februar 2022 auf theolympia.at hochgeladen werden (hier geht’s zum Teilnahmeformular für die Einreichung von Fotografien) hochgeladen werden. Die postalische Einreichung ist erbeten an folgende Adresse; Erzbischöfliches Amt für Schule und Bildung, Stephansplatz 3/4, 1010 Wien, Kennwort: Theolympia

Die Begutachtung der Fotografien erfolgt durch eine Fachjury von Theolympia. Bis zum 25. April 2022 werden die Preisträgerinnen und Preisträger des Fotowettbewerbs bekannt gegeben und verständigt. Ende Mai werden die Preisträger im Rahmen einer Festveranstaltung im Erzbischöflichen Palais der Erzdiözese Wien ausgezeichnet. Ein konkreter Termin wird noch bekanntgegeben. Die Fahrtkosten der Preisträgerinnen und Preisträger werden erstattet.
Ende Mai werden die Preisträgerinnen und Preisträger im Rahmen einer Festveranstaltung im Erzbischöflichen Palais der Erzdiözese Wien ausgezeichnet. Ein konkreter Termin wird noch bekanntgegeben. Die Fahrtkosten der Preisträgerinnen und Preisträger werden erstattet.

BEWERTUNG

Die Bewertung der Essays
Eingereichte Essays werden von einer Fachjury aus Wissenschaft, Bildung und Journalistik begutachtet. Die Beiträge liegen der Jury anonymisiert vor und werden nach dem 4-Augen Prinzip gesichtet. Alter und Schulstufe des Autors oder der Autorin werden von der Jury berücksichtigt. Bewertet und gewichtet werden:

  • Themenbezug
  • Originalität
  • Kohärenz
  • Argumentative Überzeugungskraft
  • Reflexives Verständnis und Durchdringung des Themas

Die Bewertung der Fotografien
Eingereichte Fotografien werden von einer Fachjury aus Wissenschaft, Bildung, Kunst und Journalistik begutachtet. Die Fotografien liegen der Jury anonymisiert
vor und werden nach dem 4-Augen-Prinzip gesichtet. Bewertet und gewichtet werden:

  • Fotografisches Schauen und Sehen
  • Bezug zum und Erfassung des Themas
  • Originalität der Motivwahl (Sujet)
  • Bildkomposition (Kontrast und Tonwerte, Linien, Formen, Muster, Balance, Rhythmus, Struktur, Beziehungen, Bildausschnitt, Licht, Farbe)
  • Bildsprache und fotografischer Ausdruck

PREISE

Prämiert werden die ersten drei Plätze in beiden Disziplinen des Wettbewerbs. Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten Geldpreise und Büchergutscheine:

1. Preis: 350 Euro + Büchergutschein
2. Preis: 200 Euro + Büchergutschein
3. Preis: Büchergutschein

Die prämierten Beiträge sollen veröffentlicht werden.

HINWEISE ZUM VERFASSEN EINES ESSAYS

Der Essay ist formal eine sehr freie Textsorte. Er bietet eine überzeugende argumentative Auseinandersetzung mit einem Thema, bedient sich dabei aber im Unterschied zum reinen Sachtext auch journalistischer Stilmittel. Der Essay muss nicht zwingend Fußnoten oder Textbelege enthalten und ist keine (vor)wissenschaftliche Erörterung eines Themas wie etwa die VWA. Er kennt keine direkte Anrede des Lesers/ der Leserin, kann aber auch subjektiv sein, polemische Elemente enthalten und seine Position durch Beispiele veranschaulichen. Zentrales Anliegen des Essays ist weniger die Wissensvermittlung als die Überzeugung des Lesers/ der Leserin durch eine klare, originell dargelegte These.

APHORISTISCHE HINWEISE ZUM FOTOGRAFIEREN

„Persönlich denke ich nicht an die Photographie, was mich beschäftigt, ist das Leben.“

“Die einzige Kunst liegt in der Menschlichkeit des eigenen Denkens, dem eigenen Blick und dem Zufall…“

„Die meisten Bilder gehen über das eigene Verständnis im Moment der Aufnahme hinaus…“

„Das Sujet erhält nur Gewicht und das Photo Kraft, wenn man sich selbst vergessen kann. Nur
durch diese Haltung kann man etwas Sensibles berühren.“

„Photographie ist ein unmittelbarer Vorgang der Sinne und des Geistes, die ins Visuelle übertragene Welt, gleichzeitig Suche und fortwährende Befragung. Im selben Augenblick einen Sachverhalt erkennen und die visuell wahrgenommenen Formen, die diesen Sachverhalt ausdrücken und darstellen, streng organisieren, das ist Photographie.“

„Die Photographie ist für mich der spontane Impuls in der fortwährenden Aufmerksamkeit des Auges, das den Augenblick und seine Ewigkeit erfasst.“

Zitate aus:
Henri Cartier-Bresson. Der Schnappschuss und sein Meister, München 2008
Henri Cartier-Bresson. Man redet immer zu viel. Gespräche über das Leben, die Kunst und die Photographie 1951-1998, München 2020

Die Ausschreibung als PDF zum Download